Nicht immer hat es ein Detektiv mit Tätern aus fremden Firmen zu tun, wenn es um Wirtschaftskriminalität geht. Oft muss sich ein Unternehmen auch mit Strafsachen in der eigenen Firma auseinandersetzen. Der alleinige Verdacht reicht nicht aus, um Abhilfe zu schaffen und Schaden vom Unternehmen abzuwenden. Über die Hälfte aller Fälle, die durch einen Detektiv oder die eigenen Bemühungen aufgedeckt werden, kommen aus den eigenen Reihen. In etwa 20 Prozent handelt es sich durch Bedrohungen oder Täter von außerhalb. Natürlich kann es auch vorkommen, dass eine wirtschaftskriminelle Absicht von beiden Gruppen ausgeht und quasi in Zusammenarbeit ein Unternehmen schädigen.
Die Verantwortlichen in einem Unternehmen wollen es manchmal nicht wahrhaben, was ihnen die Detektive an Ergebnissen vorlegen. Man stellt jemanden ein, die Mitarbeiter engagieren sich und genießen Ansehen in den eigenen Reihen. Bis sich nicht deutliche Anzeichen unklarer Vorgänge abzeichnen, käme niemand auf die Idee, diese Mitarbeiter zu verdächtigen. Wölfe in Schafspelzen können aber auch Mitarbeiter mit einem guten Gehalt, mit einer hohen Position und einer ausgezeichneten Qualifikation sein. Sie haben sogar eher die Möglichkeit, gegen die Firma zu intervenieren, als Hilfsarbeiter oder einfache Angestellte. Ein Detektiv muss die Fassade knacken, die so ein Mitarbeiter aufgebaut hat. Unterschlagungen und Kontakte zu anderen Betrieben sind nicht so leicht zu eruieren, wie etwa das Betrügen eines Ehepartners. Die gekonnt aufrecht erhaltene scheinbare Loyalität zum Unternehmen macht die Sache für den Detektiv nicht leichter. Beinahe genau so schlimm, wie der finanzielle Schaden ist es für ein Unternehmen, begreifen zu müssen, dass man eigentlich niemandem mehr richtig vertrauen kann. Die Missetäter in den eigenen Reihen entdecken zu müssen, ist ein kräftiger Schlag ins Gesicht. Der Detektiv hat die unangenehme Aufgabe, diese Ermittlungsergebnisse überbringen zu müssen.
